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Tanabata – das Sternenfest

Freitag, 02.07.2021
Tanabata, Foto: nic-y-c-TZ1h8WcBrCY-unsplash

Es wird romantisch: Das japanische Sternenfest Tanabata steht am 7. Juli an, ein Fest, das viel mit Sternen, Liebe und Wünschen zu tun hat.

Ein Fest mit Tradition

Tanabata ist in Japan ein bedeutendes und fröhliches Fest. Wann Tanabata gefeiert wird, ist regional unterschiedlich. Traditionell nach dem japanischen Mondkalender liegt das Datum auf dem siebten Tag des siebten Monats. Der japanische Mondkalender ist um etwa einen Monat versetzt im Vergleich zum heute bei uns und seit 1873 auch in Japan gebräuchlichen gregorianischen Kalender. Der heutige offizielle Termin nach dem gregorianischen Kalender ist der 7. Juli. Allerdings gibt es in Japan einige Städte und Regionen, die an dem späteren, ursprünglichen Termin festhalten und somit erst am 7. August feiern.

Himmlischer Herzschmerz

Um Tanabata rankt sich eine romantische, etwas traurige Liebesgeschichte, die auf eine alte chinesische Geschichte zurückgeht: Die Himmels-Weberin Orihime, Tochter des Himmelskaisers, war so sehr mit dem Nähen von Kleidern für ihren Vater beschäftigt, dass ihr keine Zeit für andere Dinge blieb und sie sehr einsam war. Das machte sie so traurig, dass der Himmelskaiser sie aus Mitleid mit dem himmlischen Rinderhirten Hikoboshi bekannt machte. Die beiden verliebten sich und heirateten. Der Liebe wegen hatten sie nun aber keine Zeit mehr für ihre Arbeit. Orihime vergaß, ihrem Vater neue Kleider zu nähen, Hikoboshis Rinder machten auf sich allein gestellt den Himmel unsicher und wurden krank. Das erzürnte den Himmelkaiser so sehr, dass er Hikoboshi auf die andere Seite des großen Himmelsflusses verbannte. Konnten die beiden Liebenden als sie zusammen waren, vor lauter Liebe nicht arbeiten, konnten sie es nun ebenso wenig aus lauter Kummer. Der Himmelskaiser hatte Erbarmen. Zukünftig sollten sie sich an einem Tag im Jahr sehen dürfen – an Tanabata, dem Abend des siebten Tages des siebten Monats. Damit einem Wiedersehen der Liebenden nichts im Wege stand, spannten Vögel an diesem Tag mit ihren Flügeln eine Brücke über den Fluss und versprachen, dies auch in den kommenden Jahren beizubehalten. Aber: regnet es an diesem Tag, wird der Fluss zu tief und zu breit und Orihime und Hikoboshi können nicht zueinanderkommen, sondern müssen bis zum nächsten Jahr warten.

Für Sterndeuter

Die Fabel geht auf eine besondere Sternenkonstellation unserer Galaxie zurück. Orihime steht für den Stern Wega im Sternbild Leier, Hikoboshi symbolisiert den Stern Altair im Sternbild Adler. Beide Sterne sind durch die Milchstraße getrennt. Zusammen mit dem Stern Deneb aus dem Sternbild Schwan bilden sie das sogenannte Sommerdreieck. Deneb bildet sinngemäß die Brücke über die Milchstraße, den Himmelsfluss. Die drei Sterne leuchten am hellsten im August. Daher ist das Sommerdreieck, das kein eigenes Sternbild, sondern eine Sternenkonstellation ist, auf der Nordhalbkugel auch für ungeübte Sterngucker leicht auszumachen.

Ein Sternenfest feiern

Farbenprächtige Dekorationen, Umzüge, Paraden, Feuerwerke – das Sternenfest wird opulent gefeiert und das mittlerweile weltweit. Doch das berühmteste und traditionellste Tanabata-Fest findet in der japanischen Stadt Sendai statt und zwar nach dem Mondkalender im August. Die Straßen sind bunt geschmückt, die Bewohner festlich gekleidet, es gibt Umzüge, Darbietungen oder Konzerte der verschiedenen Vereine.
Tanabata ist nicht nur ein Fest der Liebe, sondern auch ein Fest der Hoffnung. Eine Tradition ist es, die eigenen Wünsche aufzuschreiben und diese Wunschzettel an einen Bambusstrauch zu hängen. Dass viele die Liebe betreffen, erklärt sich an einem solchen Fest von selbst. Die Zettel werden am Ende der Feierlichkeiten in einen Fluss geworfen, der die Wünsche davonträgt, oder sie werden verbrannt. Man sagt, die an diesem Tag geäußerten Wünsche gingen in Erfüllung, allerdings nur, wenn es nicht regnet und Orihime und Hikoboshi zusammenkommen können.
Außerdem gibt es die Tradition, Formen und Figuren aus Papier, ähnlich der Origami-Technik, herzustellen. Es gibt Luftschlangen, die Orihimes Nähgarn darstellen und den Wunsch nach Kreativität symbolisieren. Die Bedeutungen der unterschiedlichen Papierdekorationen reichen von dem Wunsch nach Glück, der Hoffnung auf ein langes, erfülltes Leben bis hin zu besseren Fähigkeiten im Weben und Nähen.
Vielleicht steht auch für Sie am 7. Juli alles unter guten Sternen und Ihre Wünsche gehen in Erfüllung – probieren Sie’s doch mal aus!