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Bunte Vielfalt: Gedenk- und Aktionstage

Donnerstag, 08.04.2021
Gedenk- und Aktionstage, Foto: pexels-sharon-mccutcheon-1428171

Die Feste feiern, wie sie fallen? Kein Problem, mit den unzähligen Gedenktagen, Welttagen, Aktionstagen und Feiertagen ist das nahezu täglich mühelos möglich.

Das tägliche Who is Who

Gestern Welt-Gesundheitstag, heute Internationaler Tag der Freundschaft, morgen Tag der finnischen Sprache und bald ist 1. Mai und Muttertag. Für nahezu alles und jeden scheint es einen Ehrentag zu geben. Der Kalender füllt sich stetig mit immer neuen Anlässen des Feierns und Gedenkens, so dass auch mehrere Gedenk- und Aktionstage auf das gleiche Datum fallen können. Doch gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen Feiertagen, Gedenktagen, Welttagen usw.? Und wie entstehen diese Tage überhaupt? Gehen wir der Sache auf den Grund.

In Gedenken an …

Feiertage sind arbeitsfreie Tage, an denen die Feiertagsruhe gilt. Sie stehen in Abgrenzung zu den Werktagen und den Wochenruhetagen, den Sonntagen. Feiertage können religiöser Art sein, zum Beispiel Ostern, sowie politischer bzw. kalendarischer, wie Tag der Deutschen Einheit oder Neujahr. Neben den Feiertagen gibt es noch die sogenannten Stillen Tage oder Stillen Feiertage. An diesen Tagen gelten bestimmte Einschränkungen, etwa an Totensonntag das Verbot von Tanzveranstaltungen in weiten Teilen Deutschlands. Die Zuständigkeit über die Feiertagsregelung liegt in Deutschland bei den einzelnen Bundesländern. Sie entscheiden, ob und welchen Feiertag sie einführen.
Gedenktage werden auch als Jahrestage bezeichnet. Sie können jährlich wiederkehrend sein, als Jubiläum wahrgenommen werden oder immer an einem festen Termin stattfinden bzw. beweglich sein. An einem Gedenktag wird auf bestimmte Personengruppen, wie Kinder, Völker etc., oder ein besonderes Ereignis geblickt, ganz gleich, ob es sich dabei um ein historisches, etwa Krieg, Vertreibung, Revolution, oder um ein kulturelles Ereignis handelt, bei dem etwa an die Bedeutung des Buches, des Sports oder des Gartens erinnert wird. Innerhalb der jeweiligen Nation oder Religion hat das Ereignis eine hohe Bedeutung. Ein Beispiel: Der Volkstrauertag im November, der an die Kriegstoten und Opfer von Gewaltherrschaft erinnert, ist in Deutschland ein staatlicher Gedenktag – und gehört zugleich zu den stillen Tagen.
Gedenktage sind durchaus relevant für eine Gesellschaft oder eine Nation, denn sie spiegeln auch deren Werte wider und zeigen, welche Lehren aus einem Ereignis gezogen wurden, etwa wenn es um das Gedenken an den Holocaust geht.
Auch die Kirchen begehen Gedenktage, teilweise die gleichen wie Ostern, teilweise auch unterschiedliche wie der Buß- und Bettag in der evangelischen Kirche und Allerseelen in der katholischen Kirche. Die katholischen und orthodoxen Kirchen unterscheiden in gebotene und nicht gebotene Gedenktage. In beiden Fällen wird der Heiligen oder besonderer Ereignisse gedacht. Doch im Gegensatz zu den nicht gebotenen müssen gebotene Gedenktage begangen werden, außer sie fallen mit einem höheren Tag der liturgischen Ordnung zusammen.

Welttage: Von ernst bis kurios

Welttage fallen unter die Gedenktage. Sie richten den Blick auf Themen und Probleme, die politisch oder kulturell sein können und meist im internationalen Kontext stehen. Eine besondere Autorität haben dabei die Vereinten Nationen (UN). Diese riefen am 31. Oktober 1947 den ersten Welttag aus, seitdem sind gut 100 weitere Tage dazu gekommen, zum Beispiel der Weltkindertag am 20. November, initiiert von den UN oder der Welttag der sozialen Gerechtigkeit am 21. März, ausgerufen von der UNESCO. Doch längst sind es nicht mehr nur die UN, die die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Tag lenken. Zunehmend werden Welttage auch von anderen Organisationen, den Kirchen oder auch PR- und Werbe-Agenturen ausgerufen. Zu der Kategorie der Welttage mit deutlich weniger Anspruch, dafür aber mit umso mehr Augenzwinkern und dem Aufruf, das Leben von seiner schönen Seite zu betrachten, gehören beispielsweise der Tag der Jogginghose am 21. Januar oder der Weltbummeltag am 19. Juni. Solche Aktionstage werden gerne von Unternehmen, Agenturen oder Organisationen für Marketingmaßnahmen genutzt, zur Verkaufssteigerung oder um ein bestimmtes Thema in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken.