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Nouruz: Ein Fest zur Feier des Frühlings und des neuen Jahres

Sonntag, 07.03.2021
Nouruz, Foto: ashkan-forouzani-PIbV4i-shDg-unsplash

Nicht nur bei uns freuen sich die Menschen auf den Frühling, sondern etwa auch in Iran oder Afghanistan: Es ist Zeit für Nouruz, das Frühlingsfest.

Neujahrsfest und Frühlingsfest in einem

Nouruz, auch Newroz, Nowruz oder Nevruz, bedeutet so viel wie „neuer Tag“. Gefeiert werden bei diesem 3.000 Jahre alten Familienfest sowohl der Beginn des neuen Jahres nach dem iranischen Kalender als auch der Frühlingsbeginn. Das Fest wird am 20. oder 21. März gefeiert, dieses Jahr am 21. März 2021. Die Feierlichkeiten dauern rund zwei Wochen. Der wichtigste Tag fällt auf den Frühlingsbeginn, wenn die Sonne in das Tierkreiszeichen Widder eintritt. Die Tagundnachtgleiche läutet neben dem Frühjahr auch das neue Jahr ein.
Bis ins 1. Jahrhundert vor Christi wurde in Persien, dem heutigen Iran, zum Zeitpunkt der Sommersonnenwende mit Erntefesten der Beginn des neuen Jahres gefeiert. Einige Jahrhunderte später wurde die Tagundnachtgleiche im Frühling zum neuen Jahresbeginn ausgerufen. Im Zuge der Islamisierung im 7. Jahrhundert wechselte das Datum für das Neujahrsfest bis es schließlich und bis heute gültig um den 20. März liegt. Der Charakter des Festes als Übergang von Winter zu Frühling, vom Dunkel ins Licht, von alt zu neu, ist bis heute erhalten geblieben. Neben heidnischen Wurzeln spielt auch der zoroastrische Einfluss auf Bräuche und Rituale eine große Rolle. Spätere muslimische Einflüsse haben ebenfalls ihre Spuren hinterlassen.

Von der UNESCO geschützt

Das aus Persien stammende Fest Nouruz wird heute u.a. in Iran, Afghanistan, im Irak (Kurdengebiete), in der Türkei, auf der Balkanhalbinsel und rund um das Schwarze Meer gefeiert. Aufgrund seiner langen Existenz und des großen Anteils der Weltbevölkerung, die dieses Fest feiert – mehr als 300 Millionen Menschen – sowie des friedensstiftenden Charakters als Familienfest wurde Nouruz im Jahr 2009 auf Initiative von Afghanistan, Aserbaidschan, Indien, Iran, Irak, Kasachstan, Kirgisistan, Pakistan, Tadschikistan, Türkei, Turkmenistan und Usbekistan in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen. Seit 2010 gibt es den „Internationalen Nouruz-Tag“.

Traditionen an Nouruz

Wichtiger Bestandteil des Festes ist „Haft Sin“, ein mit bestimmten Gaben und Nahrungsmitteln dekorierter Tisch. Auf diesem werden sieben Dinge, die im Persischen alle mit einem „S“ beginnen, aufgebaut: „Sabzeh“ (Weizen- oder Linsensprossen), „Samanouh“ (Pudding aus Weizenmalz), „Sir“ (Knoblauch), „Sendjed“ (Früchte der Ölweide, Mehlbeeren), „Serkeh“ (Essig), „Somagh“ (Sumach) und „Sib“ (Apfel). Optional können weitere Gegenstände auf der Tafel ausgebreitet werden, etwa ein Spiegel, Münzen, Kerzen, gefärbte Eier, ein Goldfisch im Wasser oder eine heilige Schrift. Jeder Gegenstand hat eine eigene Bedeutung, die von der Symbolisierung von Wiedergeburt und Gesundheit (Sib) über den Geschmack des Lebens (Somagh) bis zu Segen und Wohltat (Samanouh) reicht.
Auch das Vertreiben der bösen Geister hat Tradition, allerdings heißt sie in diesem Fall nicht Silvester, sondern „Tschaharshanbeh Suri“. Dazu werden am Vorabend des letzten Mittwochs vor Frühlingsanfang kleine Feuer errichtet und am Abend entzündet. Wer sich traut und alles Schlechte hinter sich lassen und positive Energie für das neue Jahr mitnehmen möchte, springt über das Feuer.
Besonders die Kinder freuen sich auf Amu Nouruz, Onkel Nouruz, einer Figur ähnlich der des Nikolaus. Vor allem in Iran zieht Amu Nouruz mit seinem musizierenden Gefährten Hadschi Firuz durch das Land und verteilt kleine Geschenke an die Kinder. Der Legende nach ist Amu Nouruz eigentlich unterwegs zu seiner Gattin. Da sie just im Augenblick seiner Ankunft schläft, verlässt er sie wieder, um im nächsten Jahr wieder vorbeizukommen.

Eyde shoma mobarak – Frohes neues Jahr!

Ein weiterer Brauch rund um Nouruz ist „Sizdah-Bedar“. Nicht nur im westlichen Kulturkreis, sondern auch im persischen ist die 13 eine Unglückszahl. Daher verbringen Familien den 13. Tag nach Nouruz, also den 1. oder 2. April des gregorianischen Kalenders, außerhalb ihres Hauses, um an diesem Tag in ihrem Zuhause nicht von bösen Geistern heimgesucht werden. Neben allen Zutaten für ein gemütliches Picknick haben sie „Sabzeh“ dabei, den sprießenden Weizen bzw. die Linsen von „Haft Sin“. Man bindet kleine Knoten in die Halme und wünscht sich dabei Glück für das nächste Jahr. Anschließend werden die Sprösslinge ins Wasser, am besten in einen Fluss, geworfen. Das soll Glück bringen, alles Schlechte und Böse hinwegnehmen und den Kreislauf des Lebens symbolisieren.
Die Gemeinsamkeiten mit anderen Kulturkreisen hinsichtlich der Bräuche, Geschichten und Feierlichkeiten, die Tatsache, dass es sich um eine Jahrtausende alte Tradition handelt, sowie die Verbreitung des Festes über die ganze Welt machen Nouruz zu etwas Besonderem.