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Der Tag der Liebenden: Valentinstag

Mittwoch, 03.02.2021
Valentinstag, Foto: pexels-karolina-grabowska-4226727

In wenigen Tagen regnet es rote Rosen und Amors Pfeile fliegen durch die Lüfte: Am 14.2. ist Valentinstag. Die einen ignorieren diesen Tag, die anderen feiern ihre Liebe.

Einer für den Glauben und die Liebe

Der Namensgeber für den Tag der Liebenden ist wie so oft in der Kirchengeschichte zu finden. Es handelt sich um den heiligen Valentin, einen Märtyrer. An ihn wird in verschiedenen christlichen Konfessionen am 14. Februar erinnert und bis 1969 war der Tag fester Bestandteil des römisch-katholischen Generalkalenders.
Fakten sucht man zu dieser Person fast vergeblich, kaum etwas ist übermittelt, das meiste sind Vermutungen. So ist unklar, ob es sich bei Valentin von Rom und Valentin von Terni um ein und dieselbe Person handelt oder ob es mehrere sind, deren Leben zusammengefasst wurde und ob Valentin Priester oder Bischof war. Fest steht, dass Valentin den christlichen Glauben vermittelte und verschiedene Wundertaten vollbrachte. Außerdem soll der im dritten Jahrhundert unter Claudius II. lebende Geistliche trotz kaiserlichem Verbot christliche Trauungen vorgenommen haben. Den frisch Vermählten überreichte Valentin Blumen aus seinem Garten – hier lässt sich ein Bezug zum heutigen Brauch des vor allem in Deutschland üblichen Blumenschenkens finden. Außerdem traute er Soldaten aus dem kaiserlichen Heer, denen eine Heirat eigentlich streng untersagt war. Der Überlieferung nach starb er am 14. Februar den Märtyrer-Tod.

Frühlingsgefühle

Auch der nahende Frühling soll neben dem heiligen Valentin Pate in der Entwicklung zu diesem romantischen Tag gestanden haben. Im römischen Reich war dieser Tag im Rahmen eines Frühlingsbrauchs etwa der römischen Göttin Juno, der Göttin der Ehe und Geburt, gewidmet. Ihr wurden Blumen geopfert und den Frauen Blumen geschenkt. Unverheiratete Mädchen besuchten den Juno-Tempel wo sie das Liebes-Orakel zur richtigen Partnerwahl befragten.
Die Verbindung zwischen romantischer Liebe und dem heiligen Valentin stellt im 14. Jahrhundert der englische Dichter Geoffrey Chaucer mit seinem Gedicht „Parlement of Foules“ her. Eigentlich zum Gedenken an den Jahrestag der Verlobung zwischen König Richard II. von England mit Anne von Böhmen geschrieben, assoziiert Chaucer dieses Ereignis mit dem Beginn der Paarungszeit der Vögel Mitte Februar, bindet den Gedenktag ein und trägt so zu einer zunehmenden Romantisierung des Valentinstages bei.

Happy Valentine’s Day!

Im Mittelalter kamen verschiedene Bräuche rund um den Valentinstag auf. Bereits früh am Morgen überbrachten die jungen Männer ihren Angebeteten einen Blumenstrauß, denn man sagte, dass ein Mädchen den Mann heiraten werde, den sie als erstes am Morgen sah.
Besonders in England wurde der Valentinstag zu einer festen Institution. Bereits im 15. Jahrhundert schickten sich Paare oder die, die dazu werden wollten, Gruß- und Schmuckkarten. Wer um Worte verlegen war, wählte eine Karte mit einem entsprechenden Gedicht. Ab Ende des 18. Jahrhunderts nahm dies immer größere Ausmaße an. Druckereien und Verlage sorgten für eine große Auswahl reich verzierter Karten oder gaben ganze Werke mit Valentinsgedichten für diejenigen heraus, die sich nicht als Dichter à la Shakespeare oder Wordsworth berufen fühlten. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden, auch dank des gesenkten Briefportos, mehrere Hunderttausend solcher Valentinskarten versandt.
Auch andere Industriezweige erkannten im Valentinstag ihre Chance zu mehr Umsatz und so wurde die Basis für die weitere Kommerzialisierung anderer Gedenk- und Feiertage wie etwa dem Muttertag geschaffen.
Während es in England durchaus heute noch üblich ist, Arbeitskollegen oder guten Freunden einen Valentinsgruß zu übermitteln, wird der Tag in Deutschland hauptsächlich als Pärchen-Tag gefeiert und jemand anderem als dem eigenen Partner etwas zu schenken, käme schon fast einer Liebeserklärung gleich.
Übrigens ist der Valentinstag in Deutschland relativ neu, denn er wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg populär. US-Soldaten brachten den Brauch mit – nachdem ihn englische Auswanderer in den USA bekannt gemacht hatten. Startschuss für die nun schon gut 70 Jahre andauernde Erfolgsgeschichte, deren größter Fan der Einzelhandel sein dürfte, war im Jahr 1950 der erste Valentinsball, der in Nürnberg gefeiert wurde. Bis heute stehen neben der Liebe Blumen, Stichwort: rote Rosen, aber auch kleine Geschenke und Schokolade hoch im Kurs.