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Der Blick in die Sterne

Freitag, 01.01.2021
Sternzeichen, Foto: pexels-sindre-strøm-1175136

Das neue Jahr steht vor der Tür, aber wie wird es wohl werden? Gerade zum Jahreswechsel erfreuen sich Horoskope großer Beliebtheit. Doch ist wirklich was dran am Blick in die Sterne?

Tierkreis, Sternzeichen und Sternbild

Neues Jahr, neues Glück? Für manche ist alles nur Humbug, für andere hat es einen gewissen Unterhaltungswert und für die nächsten ist es ein Blick darauf, was ihn oder sie das kommende Jahr erwartet. Der Blick in die Sterne und was sie wohl über unsere Zukunft verraten, beschäftigt die Menschen bereits seit der Antike in verschiedenen Kulturkreisen. Astrologie und Astronomie sind noch eng miteinander verknüpft, das eine ohne das andere nicht denkbar. Die Astronomie verfügte über die mathematischen Voraussetzungen, mit deren Hilfe die Astrologie ihre Deutungen durchführte. So konnte aus den Sternkonstellationen etwa der günstigste Zeitpunkt für Aussaat und Ernte, aber auch für Kriege abgelesen werden. Da die Sterndeutung eine wichtige Rolle spielte, übernahmen vor allem Priester diese Aufgabe.
Der Ursprung der westlichen Astrologie wird in Babylonien vermutet. Bereits im 5. Jahrhundert vor Christus legten die Babylonier die Aufteilung des Tierkreises bzw. Zodiaks fest, einer 20° breiten Zone um die Ekliptik. Aus dieser Zeit stammt auch das älteste Horoskop. Ausgehend vom Frühlingspunkt als Beginn des Kreises wurden Abschnitte zu je 30° entlang der Ekliptik, also der Ebene, auf der sich Erde und Planeten um die Sonne bewegen, definiert. So wurde der Tierkreis in die 12 Sternbilder aufgeteilt. Da diese hauptsächlich Tiernamen haben, werden sie auch als Tierkreiszeichen bezeichnet. Nach dieser Auffassung wandert die Sonne innerhalb eines Jahres durch Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann und Fische. Aufgrund der Präzession der Erdachse stimmen allerdings heute die Positionen der Sternzeichen nicht mehr mit den Sternbildern der Ekliptik überein.

Die Sterne neu ordnen

Die Griechen, die davon ausgingen, dass das Leben von den Göttern vorherbestimmt war, übernahmen das Wissen der Babylonier, trieben es voran und verbreiteten es. Neben den Tierkreiszeichen wurden weitere Sternbilder definiert, die häufig Namen aus der griechischen Mythologie tragen. Im Laufe der Jahrtausende kamen auch von anderen Kulturen neue Sternbilder hinzu, andere verschwanden oder erhielten neue Bezeichnungen.
Im Christentum sank der Einfluss, da sich die Annahme eines vorher bestimmten Schicksals mit dem Glauben an den freien Willen nur schwer vereinbaren ließ. Erst in der Renaissance gewann die Astrologie wieder an Bedeutung. Bis ins 17. Jahrhundert galt die Astrologie als Wissenschaft.
Mit der Seefahrt bis auf die Südhalbkugel, entdeckten die Wissenschaftler noch nie gesehene Sternbilder am Südhimmel und benannten sie. Weitere Erkundungen und Entwicklungen wie Teleskop und Fernglas machten die Entdeckung neuer Sterne, die Zusammenfassung in Sternbildern möglich, die den Himmel allerdings auch immer unübersichtlicher machten. Gegen diese himmlische Unordnung ging die Internationale Astronomische Union übrigens 1930 vor, als sie die Grenzen von 88 Sternbildern festlegte, die bis heute, allerdings nicht in allen Kulturen, gültig sind.
In der Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert und mit wachsender Bedeutung der Astronomie als Wissenschaft wurde den astrologischen Erkenntnissen zunehmend skeptisch begegnet, bis die Astrologie schließlich ihren Status als Wissenschaft verlor. Bisher fast gleichbedeutend, läutet diese Zeit die Trennung von Astrologie und Astronomie ein.
In unserer heutigen Zeit, in der viele Menschen auf der Suche nach Orientierung und Hilfe bei Entscheidungen sind, wächst der Einfluss der Astrologie wieder. Die Mehrheit der Deutschen kennt ihr Sternzeichen, viele lesen regelmäßig ihr Horoskop. Das erste Horoskop ist übrigens am 24. August 1920 in der englischen Zeitung Sunday Express erschienen. Es stammt aus der Feder des Journalisten Richard Harold Naylor, der somit als Erfinder des Zeitungshoroskops gilt. Bei den Lesern kam das Horoskop so gut an, dass es sich schon bald als feste Rubrik etabliert hatte.

Hokuspokus oder doch ein Körnchen Wahrheit?

Das Horoskop beinhaltet eine Vielzahl an Faktoren, die Einfluss auf das Schicksal haben sollen, zum Beispiel Position und Bewegung der Himmelskörper oder den Aszendenten. Beim heute immer noch beliebten und bekannten Zeitungshoroskop spielen dagegen nur der Geburtstag und das jeweilige Tierkreiszeichen eine Rolle. Aus astrologischer Sicht sind sie nicht aussagekräftig und eher zu vernachlässigen. Da sich aber die Mehrheit der Leser darin wiederfindet aufgrund der allgemein gehaltenen Aussagen und sie die gesuchte Orientierung finden, erfreut sich der scheinbare Blick in die Zukunft nicht nur in Zeitungen und Magazinen, sondern auch in Kalendern großer Beliebtheit. In letzteren wird häufig im Kalendarium der Wechsel in ein neues Sternzeichen mit dem entsprechenden Symbol gekennzeichnet. Oft werden auch Kalender mit Zusammenfassungen über Glück und Pech in der Liebe, Erfolg im Beruf und Gesundheit des jeweiligen Sternzeichens angeboten.