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Chanukka: Das jüdische Lichterfest

Dienstag, 01.12.2020
Chanukka-Kreisel, Foto: pexels-cottonbro-4033480

Das wundervolle, jüdische Fest Chanukka wird über acht Tage im Kreise von Familie und Freunden gefeiert und fällt meist mit der christlichen Adventszeit zusammen. Aber was genau wird eigentlich gefeiert?

Aufstand, Weihe und Licht-Wunder

An Chanukka wird an drei Ereignisse erinnert: Das erste Ereignis war die Befreiung aus der Herrschaft der Seleukiden. Judäa war von den Seleukiden unter Antiochos IV. Epiphanes besetzt. Die Bevölkerung wurde mit neuen Gesetzen und Geboten unterdrückt und die Ausübung ihrer Religion verboten. Die Spannungen zwischen Seleukiden und Juden wuchsen. Als Antiochos schließlich auch noch den Jerusalemer Tempel entweihte, kam es zum Aufstand der Makkabäer unter Judas Makkabäus. Im Dezember 164 vor Christi konnte auch der Tempel zurückerobert werden – das zweite Ereignis, das an Chanukka gefeiert wird. Der Tempel wurde gereinigt und neu geweiht. Doch für das Entzünden der siebenarmigen Menora blieb nur ein winziger Rest geweihtes Öl übrig, der den Tempel höchstens einen Tag lang erleuchtet hätte. Wie durch ein Wunder brannte die Flamme aber acht Tage – so lange, wie es dauerte, neues, koscheres Öl herzustellen. Dieses Licht-Wunder ist das dritte Ereignis, an das an Chanukka erinnert wird.

Chanukka 2020

Der Tempel wurde am 25. Kislew, im dritten Monat des jüdischen Kalenders, neu geweiht. Dieses Datum stellt auch den Beginn des Lichterfestes dar. Da es sich beim jüdischen Kalender um einen Mondkalender handelt, verschiebt sich die Festwoche jedes Jahr um einige Tage. Rechnet man das Datum auf den gregorianischen Kalender um, so beginnt Chanukka 2020 am Abend des 10. Dezembers und endet am Abend des 18. Dezembers. Übrigens, Chanukka bedeutet auf Hebräisch „Einweihung“ und steht so in unmittelbarem Bezug zu der Tempelweihe.

Das Fest der Lichter

Chanukka gehört neben Purim zu den fröhlichen Festen im Judentum. Familie und Freunde versammeln sich, feiern ausgelassen, essen gemeinsam und spielen. Die Kinder bekommen Geschenke und Süßigkeiten. Besonders beliebt ist das Spiel mit dem Dreidel, einem kleinen Kreisel, um Süßigkeiten. Der Kreisel hat vier Seiten auf denen in hebräischer Schrift jeweils der Anfangsbuchstabe des Satzes „Ein großes Wunder geschah hier“ bzw. „Ein großes Wunder geschah dort“ – die Version für Dreidel außerhalb Israels – geschrieben ist.
Es ist eine Zeit des Zusammenseins, daher ist es auch üblich, mit der Gemeinde zu feiern. Traditionell gibt es in oder mit Öl zubereitete Gerichte. Bratpfanne und Fritteuse haben an diesem Fest Hochkonjunktur. Die Klassiker sind beispielsweise Krapfen und Kartoffelpuffer.

Auf Wunder vertrauen

Chanukka wird auch als Lichterfest bezeichnet. Der Grund hierfür liegt im Entzünden der Lichter am Chanukkia. Der traditionelle Leuchter hat acht bzw. neun Arme, die an die acht Tage erinnern, die die Menora gebrannt hat. An Chanukka ist es Brauch, jeden Abend nach getaner Arbeit und sobald es dunkel wird, eine Kerze zu entzünden, bis am Ende alle acht Lichter leuchten. So wird an das Licht-Wunder im Tempel erinnert. Das neunte Licht ist die Kerze, an der die anderen Kerzen entzündet werden. Sie wird „Schamasch“ genannt und übernimmt eine Art Diener-Funktion. Während des Anzündens werden Gebete und Segenswünsche gesprochen und Lieder gesungen. Die Kerzen am Chanukkia sollen mindestens eine halbe Stunde brennen. In dieser Zeit darf nicht gearbeitet werden. Auch die Flammen der Kerzen dürfen keine Aufgabe übernehmen, also kann auf elektrisches Licht etwa zum Lesen oder Spielen nicht verzichtet werden. Ursprünglich wurde der Chanukkaleuchter im Haus an einem Fenster, gut sichtbar von außen, aufgestellt. Mittlerweile werden die Lichter auch in der Synagoge oder draußen entzündet, so auch in einigen deutschen Städten auf öffentlichen Plätzen – vielleicht auch in Ihrer Nähe? Dann erleben Sie diesen Moment doch mal mit!