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Thanksgiving, das amerikanische Erntedankfest

Donnerstag, 12.11.2020
Thanksgiving, Foto: sheri-hooley-m_zpMqDk61g-unsplash

Am 26. November 2020 ist es soweit: Thanksgiving steht vor der Tür! Tausende Amerikaner reisen quer durch das Land zu ihren Familien und zwei Truthähne haben das große Los gezogen.

Erntedank in der Neuen Welt

Das amerikanische Thanksgiving weicht deutlich vom europäischen Erntedankfest ab. Historisch ist die Entstehung von Thanksgiving nicht eindeutig geklärt. Der Überlieferung nach wurde das erste Thanksgiving 1621 gefeiert. Die ankommenden Pilgerväter erlebten in dem Jahr ihrer Ankunft einen harten Winter mit wenig Nahrung. Die Hälfte von ihnen überlebte nicht. Die Überlebenden wandten sich an die umliegenden Indianerstämme und baten um Hilfe. Diese zeigten den Neuankömmlingen, wie sie einheimisches Gemüse wie Mais anbauen, ernten und so überleben konnten. Die darauffolgende, reiche Ernte war Anlass für das erste Erntedankfest, das gemeinsam mit den Ureinwohnern gefeiert wurde. Die neue, gute Freundschaft war allerdings leider nicht von Bestand, weshalb Thanksgiving nicht für jeden ein Tag zum Freuen und Feiern ist.
Das Fest breitete sich mit den Siedlern in der Neuen Welt weiter aus und wurde nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bis nach Kanada weiter getragen, wo Thanksgiving heute am zweiten Montag im Oktober gefeiert wird.
Abraham Lincoln setzte schließlich das Datum von Thanksgiving auf den vierten Donnerstag im November fest. Zugleich wurde der Tag als nationaler Feiertag ausgerufen.

Dinner, Glück und Football

Es gibt verschiedene Traditionen und Bräuche rund um Thanksgiving. Eine der wichtigsten Traditionen ist das Truthahn-Essen. Das Geflügel, das vermutlich schon bei den Pilgervätern verzehrt wurde, spielt beim amerikanischen Erntedankfest eine ähnlich große Rolle wie bei uns die gebratene Gans am Martinstag oder zu Weihnachten. Der gebratene Truthahn steht im Mittelpunkt eines reichhaltigen Essens im Kreise der Familie und von Freunden. Aus dem ganzen Land kommend – nur selten gibt es ein höheres Reiseaufkommen in den USA rund um diesen Tag – trifft sich die Familie zu einem gemeinsamen Dankgebet, zum Essen und Zusammensein. Neben dem gefüllten Truthahn gibt es traditionelle Beilagen wie Mais, Karotten, Süßkartoffeln, Braten- und Cranberry-Sauce. Zum Nachtisch sind Apfel- und Kürbispie beliebt.
Doch es gibt auch Truthähne, die Glück haben, denn der Präsident der Vereinigten Staaten „begnadigt“ jedes Jahr zwei ihm lebend übergebene und zum Verzehr gedachte Truthähne. Die Zeremonie wird „National Thanksgiving Turkey Presentation“ genannt. Wer die Begnadigungen einführte, ist nicht endgültig geklärt. Sicher ist, dass seit der Präsidentschaft von George Bush sen. alle überreichten Truthähne am Leben blieben.
Natürlich darf auch eine Ansprache des amerikanischen Präsidenten nicht fehlen, in der auf wichtige zurückliegende aber auch zukünftige Ereignisse eingegangen wird.
Wer die Erfüllung seiner Wünsche beschleunigen möchte, der sollte sich einen Gegenspieler suchen. Die Aufgabe der beiden Glücksritter ist, mit dem kleinen Finger am getrockneten Gabelbein des Truthahns zu ziehen, bis der Knochen bricht. Wer das längere Stück hat, hat einen Wunsch frei.
Jedes Jahr zieht die beliebte Macy’s Thanksgiving Parade in New York, die seit den 1920er Jahren stattfindet und auch im Fernsehen übertragen wird, mehrere Hunderttausend Zuschauer an. Charakteristisch für die von dem Kaufhaus Macy’s organisierte Parade sind die riesigen, farbenfrohen Ballonfiguren.
Und auch der Nationalsport Football darf an diesem Tag des Dankbarseins und der Familie nicht fehlen. Mehrere Clubs stehen sich an Thanksgiving gegenüber; Ticketverkäufe und Einschaltquoten geben ihnen recht, genau an diesem Tag zu spielen.

Im Zeichen des Konsums: Black Friday & Cyber Monday

Auf Thanksgiving am Donnerstag folgt am nächsten Tag der Black Friday, der Schwarze Freitag. Viele Amerikaner nehmen diesen Brückentag frei, oft findet an diesem Tag keine Schule statt. Der Tag wird genutzt, um zu bummeln und die ersten Weihnachtseinkäufe zu tätigen – denn der Einzelhandel liefert sich eine Rabattschlacht, die (fast) jeden zum Schnäppchenjäger macht. Dieser Konsumrausch wird in Zeiten des Klimawandels zunehmend kritisch gesehen, auch in Deutschland, wo der Black Friday vor einigen Jahren ebenfalls Einzug hielt. Übrigens, auf Black Friday folgt Cyber Monday. Dieser findet am Montag nach Thanksgiving statt und ist die Antwort der Online-Shops auf den Black Friday des traditionellen, stationären Einzelhandels. Die Zeit um Thanksgiving ist für die amerikanische Wirtschaft ein wichtiger Indikator für die Stimmung im Land.