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Feiertage

Donnerstag, 10.09.2020

Aus dem Kalender sind sie nicht wegzudenken: Neujahr, Christi Himmelfahrt, Tag der Deutschen Einheit… Feiertage gehören zu unserem Alltag einfach dazu und machen ihn besonders. Im Blick haben wir mittlerweile weniger die ursprüngliche Bedeutung als eher eine Verlängerung der freien Zeit dank Brückentagen.

Was macht einen Feiertag aus?

Unter einem Feiertag wird ein arbeitsfreier Tag verstanden, an dem die Feiertagsruhe gilt. In allen Ländern und Kulturen gibt es Fest- und Gedenktage, die gesellschaftlichen oder religiösen Ursprungs sind. Diese können auch arbeitsfrei sein.
Es gibt deutschlandweit insgesamt neun bundeseinheitliche Feiertage: Neujahrstag, Karfreitag, Ostermontag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Tag der Arbeit, Tag der Deutschen Einheit, Erster und Zweiter Weihnachtsfeiertag. 11 Bundesländer haben darüber hinaus weitere Feiertage festgelegt.
Die Feiertage stehen in Abgrenzung zu den Werktagen und den Wochenruhetagen, dem Sonntag. Inhaltlich unterscheidet man in religiöse Feiertage, zum Beispiel Ostern, sowie politische bzw. kalendarische Feiertage, wie Tag der Deutschen Einheit oder Neujahr.
In Bezug auf das Datum wird von beweglichen und nicht-beweglichen Feiertage gesprochen. Zu den beweglichen Feiertagen gehören zum Beispiel Ostern oder Christi Himmelfahrt, zu den nicht-beweglichen zum Beispiel der Neujahrstag, Tag der Arbeit oder der Tag der Deutschen Einheit. Im Gegensatz zu den nicht-beweglichen stehen bewegliche Feiertage in Bezug zum Kirchenjahr und orientieren sich meist am Osterdatum. So wird Christi Himmelfahrt 40 Tage, Pfingsten 50 Tage nach Ostern gefeiert.
Neben den Feiertagen gibt es in den einzelnen Bundesländern noch die sogenannten Stillen Tage oder Stillen Feiertage. An diesen Tagen gibt es bestimmte Einschränkungen, etwa an Totensonntag das Verbot von Tanzveranstaltungen in weiten Teilen Deutschlands.

Feiertage sind Ländersache

In einigen Bundesländern wie Bayern oder Baden-Württemberg gibt es mehr Feiertage als in anderen. Das hat religiös-kulturelle Gründe. In den katholischen Hochburgen im Süden und Westen Deutschlands ist der Einfluss der Kirche auf die Feiertageregelung größer als in protestantisch geprägten Gebieten, beispielsweise im Norden.
Die Zuständigkeit über die Feiertagsregelung liegt bei den einzelnen Bundesländern. Sie entscheiden, ob und welchen Feiertag sie einführen. Die Feiertageregelung muss nicht einheitlich sein. So wird seit 2019 in Berlin am 8. März der Frauentag oder in Thüringen am 20. September der Weltkindertag gefeiert. Eine Ausnahme ist der Tag der Deutschen Einheit. Dieser ist der einzige Feiertag, der auf Bundesebene festgelegt wurde.

Ein neuer Feiertag?

Die Ideen, an was oder an wen ein neuer Feiertag erinnert werden soll, sind zahlreich: Tag der Befreiung, Europatag oder wieder den Buß- und Bettag einführen, der zugunsten der Pflegeversicherung 1994 in allen Bundesländern außer Sachsen (in Bayern ist an diesem Tag unterrichtsfrei) gestrichen wurde. Die Arbeitnehmer mögen sich über einen zusätzlichen Tag freuen, die Arbeitgeber allerdings weniger. Schließlich müssen sie einen Tag finanzieren, für den sie keine Gegenleistung erhalten. Angesichts sinkender Zahlen von Gottesdienstbesuchern und Menschen, die den (christlichen) Feiertag im ursprünglichen Sinne begehen, ist das Argument für mehr Besinnung haltlos. Für die meisten bedeutet ein Feiertag einfach ein Tag Freizeit, für den man keinen Urlaubstag investieren muss.
Es kommt übrigens auch vor, dass ein Feiertag eingeführt und nur einmalig begangen wird. Ein Beispiel hierfür ist der Reformationstag 2017. In dem Jahr jährte sich der Thesenanschlag Martin Luthers an die Schlosskirche zu Wittenberg zum 500. Mal. Um diesem für die Kirchen und auch für die Gesellschaft so wichtigem Ereignis zu gedenken, verabschiedete jedes Bundesland bis auf Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, wo der Tag bereits ein Feiertag war, ein Gesetz, das den Reformationstag 2017 einmalig zu einem Feiertag erklärte. Mittlerweile haben Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein den Reformationstag ebenfalls als jährlichen Feiertag beschlossen.