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Mariä Himmelfahrt: Das katholische Hochfest im August

Mittwoch, 05.08.2020
Mariä Himmelfahrt, Foto: pexels-jill-wellington-531539

Bei der bestmöglichen Verteilung der Urlaubstage fällt beim Blick in den Kalender auf, dass zwischen Christi Himmelfahrt bzw. Fronleichnam im Mai oder Juni und dem Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober die Chancen auf ein verlängertes Wochenende dank Feiertag gleich Null sind. Außer man hat das Glück in einem überwiegend katholischen Teil Bayerns oder im Saarland zu leben. Denn in diesen beiden Bundesländern ist der 15. August ein Feiertag: Mariä Himmelfahrt.

Von Augustus zu Maria

Mariä Himmelfahrt gehört zu den Hochfesten in der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche. An diesem Tag wird der Aufnahme Marias, der Mutter Jesus Christus, in den Himmel gedacht.
Das Datum hat bereits eine lange Feiertagstradition. Bereits 29 vor Christus beging man um den 15. August in Rom die Festtage des Augustus, die feriae Augusti. Augustus feierte damit die Siege über Marcus Antonius und über Kleopatra. Diese Jahrestage, später nur noch der 15. August, waren im gesamten römischen Reich Feiertage. Auch heute noch ist Ferragosto einer der wichtigsten italienischen Feiertage. Zugleich gilt er als der heißeste Tag und Wendepunkt des Sommers.
Um das Jahr 600 wurde das Fest Mariä Himmelfahrt von Kaiser Maurikios im Byzantinischen Reich eingeführt. Seit dem 7. Jahrhundert feiert auch die katholische Kirche diesen Gedenktag.
Übrigens, das „ä“ in „Mariä“ ist abgeleitet von der lateinischen Genitivform von „Maria“. Auch die Form „Mariae“ ist hin und wieder zu lesen.

Mit Kräutern gegen das Böse

Die Aufnahme Marias mit Leib und Seele in den Himmel wird mit Prozessionen und Gottesdiensten gefeiert. Ein weit verbreitetes Ritual ist seit dem 10. Jahrhundert die Kräuterweihe. Die Legende erzählt, dass die Jünger Jesu, als sie das Grab Marias öffneten, nicht den Leichnam, sondern Blüten und Kräuter fanden. Daraus entwickelte sich der Brauch, Kräuter an Mariä Himmelfahrt zu weihen. Dazu werden die Kräuter zu Sträußen, den Kräuterbuschen, gebunden. Je nach Region werden unterschiedliche Kräuter verwendet. Beliebt sind etwa Rosmarin, Salbei, Thymian, Lavendel oder, wenn auch kein Kraut so doch unter dem Gesichtspunkt der Ernährung nicht minder wichtig, Getreideähren. Die geweihten Kräuter sollen das Jahr über alles Böse abwehren, sowie vor Krankheiten bei Mensch und Tier und auch gegen Unwetter schützen.
An Mariä Himmelfahrt beginnen die sogenannten Frauendreißiger. Damit ist der Zeitraum von den 30 Tagen zwischen dem 15. August und dem 12. September gemeint, während dessen zahlreiche Marienprozessionen stattfinden. Am 12. September enden die Festlichkeiten mit dem Fest Mariä Namen. Mariä Namen markiert nach den Bauernregeln das Ende des Sommers. Doch auch gesellschaftlich war dieser Tag von Bedeutung: Die Armen der Gesellschaft durften nun das auf den abgeernteten Feldern liegen gebliebene Korn aufsammeln.

Marienverehrung in Kunst und Kultur

Auch bei kulturellen Ereignissen und in der Kunst ist ein Zusammenhang mit der Marienverehrung zu finden.
In Siena wird am 16. August zu Ehren der Himmelfahrt Marias das bekannte Pferderennen Palio di Siena auf der zentral gelegenen Piazza del Campo ausgetragen. Der Sieger des Rennens erhält unter anderem ein mit dem Bild Marias bemaltes Banner.
Auch in der Malerei ist die Aufnahme Marias in den Himmel ein wichtiges Motiv. Der Überlieferung nach stieg der Leichnam Marias, umgeben von strahlendem Licht empor gen Himmel, begleitet von Engeln. Diese Vorstellung ist in zahlreichen künstlerischen Darstellungen der Himmelfahrt wieder zu finden. Zu den bekanntesten und berühmtesten zählt Tizians zwischen 1516 und 1518 geschaffenes Altarbild Assunta (lat.: Aufnahme), das in der Kirche Santa Maria Gloriosa in Venedig zu finden ist.