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Sommerferien – die schönste Zeit des Jahres

Dienstag, 07.07.2020
Ferienzeit, Foto: pexels-pixabay-531035

Sommerferien – für Tausende Schülerinnen und Schüler die wohl schönste Zeit im Jahr. In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin und Hamburg haben sie bereits begonnen, in Bayern und Baden-Württemberg wird sehnsüchtig auf Ende Juli gewartet.

Ferien oder Urlaub?

Das Wort Ferien kommt aus dem Lateinischen feriae, was Festtage oder Ruhetage bedeutete. Gemeint waren Tage, die für religiöse Handlungen bestimmt waren. Übrigens, Ferien kommt nur in der Mehrzahl vor, ist also ein sogenanntes Pluraletantum. Das alt- und mittelhochdeutsche Wort urloup bedeutete damals Erlaubnis. Im Mittelalter wurden Ranghöhere um urloup gebeten, was bedeutete, dass der Rangniedere um die Erlaubnis bat, wegzugehen.
Schließt eine Einrichtung, etwa eine Schule oder ein Betrieb, komplett für eine bestimmte Zeit, spricht man von Ferien: Sommerferien, Betriebsferien. Urlaub haben dagegen nur einzelne Beschäftigte eines Betriebes, die urlaubsbedingt der Arbeit fernbleiben.

Von Hundstagsferien und Kartoffelferien

Schulferien wurden im 18. Jahrhundert eingeführt. Ursprünglich hingen die Schulferien mit den kirchlichen Feiertagen zusammen. Zusätzlich gab es regional freie Tage, wenn Jahrmarkt oder Messen waren. Im Sommer, wenn es besonders heiß war, gab es Nachmittage oder einzelne Tage frei, die sogenannten Hundstagsferien.
Auch wenn die Schüler mehrere Tage hintereinander frei hatten, bedeutete das nicht zwangsläufig, dass sie Zeit zur freien Verfügung hatten. Häufig mussten sie in der Landwirtschaft mithelfen, vor allem in der Erntezeit. Lange Zeit ersetzten die Kartoffelferien die Herbstferien. War die Zeit der Kartoffelernte gekommen, ging es für Jung und Alt raus auf’s Feld, um die wertvollen Knollen zu sammeln, die Anfang des 20. Jahrhunderts überlebenswichtig waren. Der Lohn für die harte Arbeit war das Kartoffelfeuer, an dem die Erdäpfel geröstet und dann verzehrt wurden.
Die Grundlage für die Festlegung der Ferien in Deutschland bildet das Hamburger Abkommen von 1964. Darin ist geregelt, welche Ferien es wo gibt und wie lange sie dauern. Laut Kultusministerkonferenz freuen sich Schülerinnen und Schüler über insgesamt 75 Ferientage im Jahr. Die Sommerferien werden von den Bundesländern abgestimmt und von der Kultusministerkonferenz beschlossen. Sie sollen zwischen dem 1. Juli und dem 10. September liegen und mindestens sechs Wochen dauern. Damit nicht alle Bundesländer gleichzeitig in die großen Ferien starten, erfolgt der Beginn regional gestaffelt. Weitere Ferien, deren Festlegung Ländersache ist, sind die Oster- und Weihnachtsferien sowie in einigen Bundesländern die Pfingst- und/oder Herbstferien. Darüber hinaus stehen noch bewegliche Ferientage zur Verfügung.

Reiselustige Gesellschaft

Für die arbeitende Bevölkerung sah es lange Zeit schlecht aus in Sachen Ferien beziehungsweise Urlaub. Einerseits gab es keinen Urlaubsanspruch und auch keine bezahlten Ferientage, andererseits waren die finanziellen Mittel begrenzt. Zur Zeit der Industrialisierung waren Arbeitszeiten im Rahmen einer 7-Tage-Woche mit einem 16-Stunden-Tag (Kinder arbeiteten 12 Stunden am Tag) keine Seltenheit. 1895 wurde der Sonntag als Ruhetag gesetzlich angeordnet.
Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Idee vom Urlaub und vor allem auch vom Reisen den Wohlhabenden in der Gesellschaft vorbehalten. Urlaub und Reisen galten als Statussymbol. 1903 begannen sich die Dinge zu ändern. Als erster setzte der Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter einen bezahlten Urlaubsanspruch von drei Tagen durch. In den 1920er Jahren konnten die Gewerkschaften für immer mehr Arbeiter Urlaub durchsetzen und weitere zehn Jahre später konnte sich nicht mehr nur die wohlhabende Gesellschaft Urlaub leisten. Während der Weltwirtschaftskrise und des Zweiten Weltkriegs lag das Reisen mit wenigen Ausnahmen erstmal auf Eis. Doch schon in den 1950er und 1960er Jahren waren viele reiselustige Deutsche wieder unterwegs – eine Reiselust, die dank mittlerweile geregelten Urlaubsansprüchen und vorhandenen finanziellen Mitteln bis heute ungebrochen ist.