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Begeisterung für Kalender

Fast’n Kalender

Mittwoch, 08.04.2020
Foto: kai-pilger-zxZ2Y8rKCMI-unsplash

Mindestens einmal im Kalenderjahr ist es soweit und gerade befinden wir uns mitten drin: in der Fastenzeit. Ob Zigarette, Schokolade, Auto oder Smartphone – für jeden, der möchte, ist jetzt bewusster Verzicht angesagt.

Über Tage und Wochen

Fester Bestandteil verschiedener Kulturen sind Fastentage oder eine Fastenzeit. Zwar sind diese Tage und Wochen eher religiösen Ursprungs und daher in den religiösen Kalendern fest verankert, doch spielen sie auch im täglichen Leben und in unserem Kalender eine wichtige Rolle. Sowohl im christlichen als auch im jüdischen oder islamischen Glauben ist das Fasten fester Bestandteil.
Im Christentum beginnt die bekannteste Fastenzeit mit Aschermittwoch und dauert 40 Tage. Bereits das Alte Testament kennt Fastentage, doch der Ursprung geht auf die 40 Tage zurück, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbrachte. Die mehrwöchige Fastenzeit zwischen Fasching und Ostern wird heute von vielen Menschen als bewusster Verzicht auf liebgewonnene Gewohnheiten eingehalten und mit dem Ziel, wieder bewusster zu leben und das Leben zu schätzen. Auch heute noch wird vor allem in katholisch geprägten Gebieten der Freitag als Fastentag im Sinne eines fleischlosen Tages begangen. Übrigens, eine weitere, fast in Vergessenheit geratene Fastenzeit ist die Adventszeit.
Im Judentum gibt es keine mehrwöchige Fastenzeit, sondern mehrere Fastentage. Gefastet wird dabei nicht mehr als 25 Stunden am Stück. Der längste und bedeutendste Fastentag ist der Versöhnungstag Jom Kippur. Essen und Trinken oder auch Müßiggang sind nicht erlaubt, alles ist an diesem Tag den Gedanken an Reue und der Rückkehr zu Gott gewidmet. Daneben gibt es fünf weitere allgemeine Fastentage, an denen bestimmter Ereignisse der jüdischen Geschichte gedacht wird.

Fasten mit dem Mond

Im Islam findet die Fastenzeit während des Monat Ramadan statt. Die Fastenzeit ist wesentliches Element des islamischen Glaubens und Bestandteil der sogenannten fünf Säulen des islamischen Glaubens. Diese fünf Säulen, ähnlich der christlichen Zehn Gebote, bestehen aus Schahāda (Glaubensbekenntnis), Salāt (Gebet), Zakāt (soziale Pflichtabgabe), Saum (Fasten) und Hadsch (Pilgerfahrt nach Mekka).
Der Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Kalenders und hat eine besondere Bedeutung: In diesem Monat soll der Koran zur Erde herab gesandt worden sein. Gefastet wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. In dieser Zeit soll jeder, der kann, weder essen noch trinken. Besondere Personengruppen wie Schwangere oder ältere Menschen, sind ausgenommen. Nach Sonnenuntergang wird das Fasten unterbrochen. Nach einer ersten Stärkung, die traditionell aus getrockneten Datteln und Milch oder Wasser besteht, wird gemeinsam gebetet, bevor dann mit Familien und Freunden ausgiebig gegessen und getrunken wird. Während des Ramadan steht die Konzentration auf den Glauben im Mittelpunkt.
Ausschlaggebend für den Beginn und auch für das Ende der islamischen Fastenzeit ist das Erscheinen der Mondsichel. Etwas strittig ist, ob die Mondsichel, das Neulicht, gesichtet werden muss oder ob mathematische Berechnungen zugrunde gelegt werden können. 
Da es sich beim islamischen Kalender um einen Mondkalender handelt, verschiebt sich der Fastenmonat in Bezug auf unseren Sonnenkalender jedes Jahr um rund elf Tage nach vorne. 2020 findet der Ramadan vom 24. April bis zum 23. Mai statt und endet mit dem Fest des Fastenbrechens, dem Zuckerfest. Dieses ist nach dem Opferfest der höchste islamische Feiertag.