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Frohe Weihnachten

Montag, 16.12.2019
Frohe Weihnachten

Kerzenschein, Geschenke, Plätzchen, geselliges Beisammensein mit Familie und Freunden und endlich Weltfrieden – für viele die Idealvorstellung von Weihnachten. Auch wenn hier Vorstellung und Realität voneinander abweichen, bleibt die Advents- und Weihnachtszeit etwas Besonderes für Groß und Klein. Anlass genug, einen Ausflug in die Weihnachts-Geschichte zu machen.

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt …

Für viele Menschen beginnt mit dem 1. Advent (und nicht bereits, wenn im September die ersten Lebkuchen im Supermarkt liegen) eine Zeit mit besonderem Charme – die Adventszeit.

Erste Hinweise auf die Adventszeit finden sich schon im 5. Jahrhundert. Damals dauerte sie vom 11. November bis zum 6. Januar und war eine Fastenzeit. Seit dem 7. Jahrhundert feiern wir Advent in der heutigen Form mit vier Adventssonntagen. Die ersten Wochen der Adventszeit galten ursprünglich der Buße, gefolgt von den Tagen der Vorbereitung auf das Fest und der Vorfreude. Dies hat sich im Lauf der Jahrhunderte gewandelt, heute erleben wir die gesamte Adventszeit als eine Zeit der Vorfreude auf Weihnachten und angesichts allerlei Leckereien weniger als eine Zeit der Enthaltsamkeit.

Von drauß’ vom Walde …

Das Wort Weihnachten leitet sich aus dem Mittelhochdeutschen wīhennahten bzw. ze wīhen nahten ab und bezieht sich auf die heiligen Mittwinternächte, die vermutlich germanischen Ursprungs sind.

Die heiligen Nächte, deren Anzahl zwischen drei und zwölf variieren kann, liegen zwischen dem 25. Dezember und dem Dreikönigstag am 6. Januar. Diese Nächte werden auch als Raunächte, Glöckelnächte, Inner- oder Unternächte bezeichnet. Aus vorchristlicher Zeit überliefert ist der Glaube, dass in dieser Zeit böse Mächte herrschen. Besonders gefährlich wird es um Silvester, wenn die „Wilde Jagd“ und die Geister der Verstorbenen über das Land hinweg ziehen.

Im Kirchenjahr gehört Weihnachten mit Ostern und Pfingsten zu den höchsten Festtagen und wird seit dem 4. Jahrhundert am 25.12. gefeiert. Daran schließt sich der 26. Dezember, der Stephanstag, als Feiertag an. In der orthodoxen Kirche wird Weihnachten erst am 6. und 7. Januar gefeiert. Diese Verschiebung ist der Verwendung des julianischen Kalenders geschuldet.

Vom indischen Lichtgott zu Weihnachten

In der katholischen und evangelischen Kirche beginnt die Weihnachtszeit mit den Feierlichkeiten am 24. Dezember, dem Heiligen Abend, und umfasst die folgenden 12 Tage bis Epiphanias am 6. Januar. Das eigentliche Weihnachtsfest wird am 25.12. gefeiert. Warum genau dieses Datum gewählt wurde, ist unklar. Einige Quellen behaupten, es handele sich tatsächlich um den Geburtstag Jesu Christi. Andere Quellen gehen davon aus, dass ursprünglich an diesem Tag das römische Staatsfestes zu Ehren der Geburt des Sonnengottes gefeiert wurde und dieses Fest in das christliche Weihnachtsfest umgedeutet wurde. Auch in anderen Kulturen wurde diesem Tag als Tag der Sonnenwende große Bedeutung zugemessen: ob die Geburt des indischen Lichtgottes, im Isiskult der Ägypter die Geburt des Horus, die Saturnalien zu Ehren des Gott Saturn oder das Julfest der nordischen Germanen, das Toten- und Fruchtbarkeitsritual zugleich war.

Die Zeit zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Januar wurde früher auch als Zeit zwischen den Jahren bezeichnet. Heute sind mit dieser Redewendung die Tage zwischen Weihnachten und Silvester gemeint.

Eine Zeit zwischen den Jahren kannten bereits die alten Ägypter, da nach ihrem Kalender zwischen dem Ende des alten und dem Beginn des neuen Jahres einige Tage lagen. In weiten Teilen Europas war der 6. Januar der Beginn des neuen Jahres. Durch die Kalenderreform Papst Gregors XIII. wurde der Jahresabschluss auf den 24. Dezember gelegt, so blieben auch hier einige Tage zwischen altem und neuem Jahr übrig. Erst 1691 legte Papst Innozenz XII. den letzten Tag des Jahres verbindlich auf den 31.12. und Neujahr auf den 1.1. fest.

Rund um das Fest der Liebe

Rund um die Advents- und Weihnachtszeit gibt es zahleiche Bräuche und Traditionen. So werden in Gedenken an die Heilige Barbara am 4. Dezember Barbara-Zweige geschnitten. Diese werden in der Wohnung ins Wasser gestellt damit sie an Weihnachten blühen und Glück im neuen Jahr bringen.

Ein Höhepunkt, nicht nur für die Kinder, dürfte neben dem Nikolaustag, dem Gedenktag des heiligen Nikolaus von Myra, am 6. Dezember die Bescherung an Heiligabend sein. Im 16. Jahrhundert wurde in evangelischen Gebieten die Bescherung der Kinder durch das Christkind eingeführt, ein Gegenpol zu den katholischen Gebieten, in denen der Nikolaus die Geschenke bringt. Seit 1900 sorgt nun der weltliche Weihnachtsmann für eine gabenreiche Bescherung.

Auch der Adventskranz, bei dem sich mit dem zunehmenden Licht auch die Freude auf das festliche Ereignis steigert, oder ein prächtig geschmückter Weihnachtsbaum als immergrünes Sinnbild des Lebens gehören einfach dazu. Traditionell sind an Heiligabend die Kirchen gut gefüllt, denn der Besuch des Christvespers oder der Christmette gehört zu den Feierlichkeiten für viele dazu.

Dass Weihnachten auch ein Fest der Nächstenliebe ist, zeigt etwa der Weihnachtsfrieden von 1914: Während des Ersten Weltkriegs feierten die sich sonst feindlich gegenüberstehenden britischen und deutschen Soldaten gemeinsam Weihnachten.

In diesem Sinne: Frohes Fest!