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Eine Woche mit Römern und Germanen

Montag, 15.07.2019
Kalender - Wochentage

Sie sind im besten Sinne des Wortes Wiederkehrer, uralt, immer in der gleichen Aufstellung und es ist immer Verlass auf sie. Nein, es geht nicht um eine neue Zombie-Art, es geht um unsere Wochentage.

Was macht eine Woche aus, gab es schon immer sieben Tage und woher kommen eigentlich die Namen der Wochentage? Die Zeit in der Grundschule, als das Thema durchgegangen wurde, ist lange her und Sie fanden das Sams damals spannender als Sprachgeschichte? Daher ist die Erinnerung ein wenig verschwommen? Kein Problem, das ändern wir jetzt – einfach weiterlesen, denn heute geht es um alles, was mit den Wochentagen zusammenhängt.

Geschichte der Wochentage

Die deutschen Bezeichnungen der Wochentage haben eine weit zurückreichende Entwicklungsgeschichte. Schon bei den Babyloniern gab es eine Sieben-Tage-Woche. Diese wurde von den Juden und dann von den Römern übernommen. Die Benennung der Wochentage durch die Römer geht auf die mit bloßem Auge sichtbaren Planten zurück (inklusive Sonne und Mond, exklusive Uranus und Neptun, die noch nicht entdeckt waren) und noch in der Annahme, dass alle Planeten die Erde umkreisen. Die Planeten wurden als Götter betrachtet, entsprechend trugen sie die Namen der römischen Gottheiten. Die Wochentage und ihre Benennung verbreitete sich im römischen Reich und darüber hinaus. Die Germanen übernahmen sie ebenfalls, allerdings mit den Namen ihrer eigenen Gottheiten. Zur Zeit der Christianisierung wurde versucht, sowohl die römischen als auch die germanischen Bezeichnungen möglichst zu verdrängen. Die heidnischen Wörter sollten im nun christlich geprägten Sprachgebrauch und der christlichen Kultur nicht mehr vorkommen. Allerdings gelang dies im Deutschen nur bei Mittwoch und Samstag.

Wie haben die Wochentage ihre Namen bekommen?

Doch wo kommen die Namen der Wochentage nun her, was ist ihre sprachliche Herkunft? Der erste Tag der Woche war der Sonne gewidmet. Das zeigt sich am Sonn- in Sonntag oder auch im englischen sun- bei sunday. Bei den französischen, italienischen und spanischen Bezeichnungen dimanche, domenica und domingo spiegelt sich der christliche Einfluss wider. Der Montag ist der Tag des Mondes, Dienstag gilt dem römischen Kriegsgott Mars, den man in mardi, martedi oder martes noch erkennt. Die deutsche und die englische Bezeichnung Dienstag und tuesday zeigen germanische Herkunft. Sie leiten sich von dem Gott Tyr/Ziu ab. Früher stand für Mittwoch der Gott Merkur Pate. Im Englischen zeigt sich das Pendant in Wednesday – mit dem germanischen Gott Wotan. Der deutsche Mittwoch ist eine Folge der Christianisierung. Da sich der römische Kalender an der jüdischen Sieben-Tage-Woche mit Sonntag als Wochenbeginn orientierte, war der Mittwoch der vierte Tag der Woche und somit auch die Mitte der Woche. Dies machte eine Umbenennung in den namenlosen Mittwoch einfach. Übrigens ist erst seit 1976 der Montag der nach DIN-Norm festgesetzte Beginn der Woche.

Auch Jupiter und seinem germanischen Gegenstück Donar bzw. Thor ist ein Tag gewidmet: der Donnerstag. In den romanischen Sprachen ist die Jupiter-Herkunft nachzuvollziehen (jeudi, giovedi, jueves), im Deutschen und Englischen ist es der germanische Ursprung. Der Freitag gehört der Liebe: Venus und Frigg waren die Namensgeberinnen. Vielfältiger wird es beim Samstag, denn hier gibt es verschiedene Einflüsse. Ursprünglich geht die Bezeichnung auf den Gott Saturn zurück. Das englische saturday lässt diese Herkunft noch erkennen. Bei Samstag, samedi, sabato und sábado liegen dagegen jüdische Einflüsse von Sabbat zugrunde. Der eher im Norden und Osten Deutschlands gebräuchliche Sonnabend bezieht sich auf die Lage des Tages vor dem Sonntag.

Am Samstag ein Sams

Auch in der Kinder- und Jugendbuchliteratur sind Wochentage ein (erfolgreiches) Thema, zum Beispiel in Paul Maars Geschichten um das Sams. Dessen Finder, Herr Taschenbier, macht plötzlich erstaunliche Erfahrungen in Bezug auf die Wochentage: Am Donnerstag fällt Herrn Taschenbier auf, dass es donnert. Als er weiter darüber nachdenkt, stellt er fest, dass bereits am Sonntag die Sonne schien, am Montag Herr Mon zu Besuch kam, Herr Taschenbier am Dienstag Dienst hatte, am Mittwoch schlicht die Mitte der Woche war, er am Freitag frei hat – und am Samstag findet er ein Wesen, das, für ihn vollkommen logisch und unter Berücksichtigung der vorangegangenen Tage, das Sams sein muss. Und mit diesem beginnt eine neue Woche…