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Sommerliche Wetteraussichten

Montag, 17.06.2019
Heuballen

Sie liegen nur wenige Tage auseinander, sind aber nach alter Tradition entscheidend für Ernte und Sommerwetter: Johanni und Siebenschläfer. Was hat es mit diesen beiden Tagen Ende Juni auf sich?

Wann ist Johannistag?

Am 24. Juni, drei Tage vor Siebenschläfer, ist Johannistag. Nach christlicher Tradition ist es der Gedenktag für Johannes den Täufer; nach heidnischer Tradition wird die Zeit um die Sommersonnenwende gefeiert. Das Johannisfeuer ist wohl einer der bekanntesten Bräuche. Ins Feuer geworfene Strohpuppen sollen Dämonen abwehren, und als „Hagelfeuer“ bezeichnet, soll es Hagelschäden an der Ernte vorbeugen. Das Johannisfeuer und viele weitere Traditionen finden sich übrigens nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa wieder.

In der Landwirtschaft gilt der Johannistag als Lostag. Die Eisheiligen sowie die Frostgefahr der Schafskälte sind vorbei, nun soll das Wetter an diesem Tag einen Vorgeschmack auf die anstehende Erntezeit geben. Mit im Gepäck sind eine Vielzahl an mehr oder minder zutreffenden Bauernregeln, die sich um den Johannistag ranken.

In Sachen Spargel ist Johanni ebenfalls ein wichtiges Datum: Leidenschaftliche Spargelesser sehen diesem Tag mit Sorge entgegen, bedeutet er doch den saisonalen Finaltag der weißen und grünen Stangen. Was bleibt, ist die Vorfreude auf die nächste Spargelsaison. Gleiches gilt übrigens auch für den Rhabarber, der ebenfalls an Johanni Stichtag hat.

Wann ist Siebenschläfer?

Auf Johanni folgt am 27. Juni der Siebenschläfertag, der vor allem wegen seiner siebenwöchigen Wetterprognose bekannt ist. Von der Siebenschläfer-Bauernregel gibt es einige Varianten, in ihrer Aussage gleichen sie sich: wie das Wetter am Siebenschläfertag ist, so wird es die nächsten sieben Wochen bleiben.

Eigentlich müssten wir Siebenschläfer am 7. Juli feiern, das würde dem ursprünglichen Datum vor der Kalenderreform Papst Gregors entsprechen. Auch der Lostag bzw. die Bauernregeln beziehen sich auf den 7. Juli. Durch die Kalenderreform verschob sich dieser Tag und steht nun am 27. Juni im Kalender. Heute gilt die Bauernregel aufgrund der Reform oft auch für den gesamten Zeitraum zwischen 27. Juni und 7. Juli. In der Behauptung, dass zwischen Wetter und Siebenschläfer ein Zusammenhang existiert, steckt ein Körnchen Wahrheit. Laut Wetterexperten pendelt sich in diesem Zeitraum tatsächlich das Sommerwetter ein, was wiederum mit der Großwetterlage Ende Juni und Anfang Juli zusammenhängt.

Siebenschläfer oder sieben Schläfer?

Der Siebenschläfertag hat nichts mit dem Tier Siebenschläfer zu tun, sondern geht viel mehr auf die Legenden der sieben Schläfer von Ephesus zurück. Laut dieser suchten sieben Brüder, die wegen ihres Glaubens verfolgt wurden, Zuflucht in einer Berghöhle in der Nähe von Ephesus. Die Verfolger entdeckten sie und mauerten sie lebendig in der Höhle ein. Die Brüder starben nicht, sondern schliefen knapp 200 Jahre bis die Höhle erneut entdeckt und geöffnet wurde. Die sieben Schläfer wachten auf und bekannten sich zum Glauben an die Auferstehung, dann starben sie. Der 27. Juni ist ihr Gedenktag.

Auch wenn er nicht der Namensgeber für den Siebenschläfertag ist, soll an dieser Stelle auf ihn eingegangen werden: der Siebenschläfer. Seinen Namen hat der Siebenschläfer vermutlich von seinem langen Winterschlaf, der gut sieben bis acht Monate dauern kann und in einer kugeligen Haltung verbracht wird.

Steckbrief Siebenschläfer

Siebenschläfer gehören nicht zur Familie der Kuscheltiere, sondern zur Familie der Bilche. Das nachtaktive Nagetier mit grauem Fell, buschigem Schwanz und großen, schwarzen Augen ist in Gärten und Laubwäldern zuhause. Und was fressen Siebenschläfer? Für ihren langen Winterschlaf müssen sich Siebenschläfer einen dicken Wanst anfuttern. Ihre liebste Nahrung sind öl- und fetthaltige Nüsse und Samen, aber auch Früchte, Pilze oder Insekten stehen auf dem Speiseplan. Seinen natürlichen Lebensraum erweitert das Nagetier um Dachböden, Vogelhäuschen oder Baumlöcher. Hat es sich das Tier unter dem Dach gemütlich gemacht, kann es durch sein Umherspazieren Geräusche und so viel Lärm machen, als würde sich dort ein erwachsener Mensch aufhalten. Auf diese Weise hat es schon so einige menschliche Mitbewohner um den Schlaf gebracht – kein angenehmes „Haustier“… Siebenschläfer wieder loswerden, ist auch nicht einfach. Nur in seltenen Fällen lassen sie sich etwa durch hohe Töne oder fremde Gerüche vertreiben.