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Frühling in Sicht!

Montag, 18.03.2019
Kirschblueten

Hurra, wir haben ihn gesichtet! Welch freudiges Datum im Kalender: Am 20. März ist Frühlingsanfang! Winter ade, das blaue Band flattert wieder …

Im Lauf der Jahreszeiten

Endlich werden die Temperaturen wieder wärmer, die Tage länger, die Vögel zwitschern und die Natur zeigt sich in ihrer farbenfrohen Pracht. Wer hat sich nach den kalten, dunklen Wintertagen nicht danach gesehnt? Die Wetterfrösche freuen sich schon einige Tage früher am Frühling, für sie beginnt er bereits am 1. März. Doch wie verhält es sich mit den Jahreszeiten, warum sprechen wir von astronomischem und meteorologischem Sommeranfang und warum spielt bei der Tag-und-Nachtgleiche bzw. Winter- und Sommersonnenwende immer etwas Mystisches mit? Gehen wir der Sache auf den Grund!

Den Jahresablauf teilen wir im Allgemeinen in die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter ein. Spontan werden Erinnerungen an Jahreszeiten-Lieder und Gedichte, an Wimmelbücher oder auch an Bilder des guten alten Jahreszeiten-Baumes wach … Phänologisch betrachtet, also was die Natur betrifft, wird etwas genauer vorgegangen und die Jahreszeiten in Europa werden in zehn Stadien eingeteilt. Aktuell beobachtet man Verschiebungen bei den phänologischen Jahreszeiten: viele Bäume und Pflanzen blühen früher, was auf die Erderwärmung zurückzuführen ist. Das lässt sich gut an der japanischen Kirsche festmachen: Durch die genaue Dokumentation des Kirschblütenfestes ist belegt, dass die Blüte der Kirsche immer früher einsetzt.

Kalendarisch oder meteorologisch?

Wir sprechen einerseits vom kalendarischen und andererseits vom meteorologischen Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winteranfang. Die Daten unterscheiden sich leicht: Der kalendarische (oder auch astronomische) Beginn liegt um den 19., 20., oder 21. März, Juni, September oder Dezember. Der Beginn orientiert sich jeweils am Sonnenstand und dieser schwankt, was wiederum zu den wechselnden Daten führt. Der meteorologische Beginn ist dagegen festgelegt immer auf den 1. März, Juni, September oder Dezember. Eine Jahreszeit umfasst jeweils drei Monate.

Tag-und-Nacht-Gleiche und Sonnwendfeiern: Ein bisschen Alltags-Mystik

Der astronomische Frühlingsanfang findet während der Tag-und-Nacht-Gleiche statt, dem Primäräquinoktium. Das ist der Moment, in dem die Sonne den Himmelsäquator von Süden nach Norden überschreitet. Ein halbes Jahr später findet am Tag des astronomischen Herbstanfangs dieser Vorgang wieder statt, nur in umgekehrter Richtung: beim Sekundäräquinoktium überschreitet die Sonne den Himmelsäquator von Norden nach Süden.

Der astronomische Sommeranfang ist der Tag der Sommersonnenwende, der Tag an dem die Sonne ihren höchsten Stand erreicht. Das Gegenstück wird am astronomischen Winteranfang mit der Wintersonnenwende gefeiert, wenn die Sonne ihren tiefsten Stand erreicht hat.

Der Tag der Sommer- wie der Wintersonnenwende ist von jeher ein mystischer Tag. Die Verehrung der Sonne gibt es von alters her. Vor allem in den germanischen und keltischen Religionen war die Sonnwendfeier fester Bestandteil. Auch heute noch sind etwa das Mittsommerfest oder die Feier in Stonehenge Vertreter der Sonnwendfeiern. Seit der Christianisierung werden die Sommersonnwendfeiern auch oft am 24. Juni begangen, dem Johannistag. Dieser geht zurück auf den Geburtstag von Johannes dem Täufer und wird mit einem Johannisfeuer gefeiert. Das Feuer ist das Symbol für die Sonne und damit auch für Christus. Einen schalen Beigeschmack haben die Sonnwendfeiern durch die Instrumentalisierung in der Zeit des Nationalsozialismus und durch die heutigen Neo-Nazi-Aufmärsche erhalten.

Das Gegenstück zum Sommersonnenwende ist die Wintersonnenwende. In den nordeuropäischen Ländern wird hier das Julfest gefeiert. Eine „klassische“ Wintersonnwendfeier ist das christliche Weihnachtsfest.  

Keine Regel ohne Ausnahme: Das Osterparadoxon

Auch die Tag-und-Nacht-Gleichen im Frühjahr und im Herbst wurden und werden mehr oder weniger gefeiert bzw. mit Ritualen begangen. Am bekanntesten dürften Frühlingsfeste sein, mit denen der bevorstehende Frühling gefeiert wird. Im christlichen Osterfest findet man etwa einige Elemente, die auf die früheren (heidnischen) Frühlingsfeste hindeuten und die blühende Natur und Fruchtbarkeit symbolisieren. Auch andere Kulturen feiern den Frühling: etwa das indische Holi-Fest und in vielen asiatischen Ländern ist das Frühlingsfest zugleich das Neujahrsfest.

Übrigens, wer sich fragt, warum Ostern dieses Jahr anscheinend erst nach dem zweiten Frühlingsvollmond stattfindet – hier kommt die Antwort: 2019 kommt es zu einem Osterparadoxon. Bekannt ist die Regel, dass Ostern am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond nach Frühlingsanfang stattfindet. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Für die Berechnung des Osterdatums ist nicht der astronomische (sichtbare) Vollmond relevant, sondern der zyklische Vollmond. Diese beiden können auseinanderliegen, wie in diesem Jahr, und so gilt der Vollmond im März noch nicht als Frühlings-Vollmond, dem Ostern folgen müsste, sondern erst der nächste Vollmond im April ist der Frühlings-Vollmond.