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Begeisterung für Kalender

Für immer und ewig

Dienstag, 16.08.2022
Ewiger Kalender; Foto: pexels-tima-miroshnichenko-8327819

Ein Kalender, der nicht nach 12 Monaten endet, gibt’s das? Na klar, ein solcher Kalender nennt sich Ewiger Kalender.

Der Beginn der Ewigkeit

Beim Ewigen oder Immerwährenden Kalender handelt es sich um eine Übersicht, bei der sich zu jedem beliebigen Datum der entsprechende Wochentag, der Monat, das Jahr ablesen lässt. Derartige Übersichten gibt es zudem auch für Feiertage.
Für Kalenderliebhabende ist der immerwährende Kalender besonders in Sachen Geburtstagen interessant und daher häufig im Handel auch als sogenannter Geburtstagskalender zu finden. Da er jahresunabhängig ist, können zu einem festen Datum wiederkehrende Termine einmal für die Ewigkeit darin festgehalten werden.
Auch bei Uhrwerken von Taschen- und Armbanduhren spielt der Ewige Kalender eine Rolle. Dabei handelt es sich um eine „Komplikation“, eine Zusatzfunktion, die einen Mechanismus beschreibt, der fortwährend das korrekte Datum inklusive Schaltjahren anzeigt – allerdings aktuell nur bis zum 28. Februar 2100. Dann ist nach der Ausnahmeregelung des gregorianischen Kalenders, wie auch in den Jahren 2200 und 2300, kein Schaltjahr und die Uhr muss nachgestellt werden. Als Erfinder gilt der britische Uhrmacher Thomas Mudge, der 1764 die erste Taschenuhr mit einem „perpetual calendar“ vorstellte.

Der Internationale Ewige Kalender

Auch andere Kalenderentwürfe fallen unter die Bezeichnung „Ewiger Kalender“, so etwa der Weltkalender oder der Internationale Ewige Kalender. Der Internationale Ewige Kalender geht auf einen Kalenderentwurf des britischen Buchhalters und Kalenderreformers Moses B. Cotsworth aus dem Jahr 1923 zurück. Er wird auch 13-Monats-Kalender bezeichnet. Ziel war es, den gregorianischen Kalender lediglich durch Vereinfachungen zu verbessern. Charakteristisch ist die Einteilung des Jahres in 13 Monate mit je 28 Tagen sowie einem zusätzlichen Tag am Jahresende, der keinem Monat oder keiner Woche zugeordnet ist. Die Monatsbezeichnungen entsprechen denen des gregorianischen Kalenders. Der zusätzliche 13. Monat, der den Namen „Sol“ oder „Midi“ trägt, ist zwischen Juni und Juli eingefügt. Der Jahresbeginn am 1. Januar, die Jahreszählung sowie die Schaltjahresregelung wurden vom gregorianischen Kalender übernommen.
Neben dem Vorteil der Übersichtlichkeit, hat der Kalenderentwurf auch Nachteile, zum Beispiel die Unteilbarkeit der Zahl 13, die schwierige Integration der traditionellen Jahreszeiten in den Kalender und der Verlust des in den Religionen wichtigen Wochenzyklus. Die Streichung von fast 30 Tagen bedeutet außerdem den Verlust von zahlreichen Jahrestagen wie Feiertagen.

Der Weltkalender

Der Weltkalender ist eine Modifikation des gregorianischen Kalenders. Das Grundprinzip geht zurück auf das im Jahre 1834 entwickelte Konzept von Marco Mastrofini, ein italienischer Priester und Philosoph.
Das Jahr des Weltkalenders umfasst ebenfalls 12 Monate und ist in vier Quartale zu je 91 Tagen unterteilt. Der erste Monat des Quartals umfasst 31 Tage, die anderen beiden 30 Tage. Jedes Jahr und auch jedes neue Quartal beginnt an einem Sonntag. Am Jahresende wird nach dem 30. Dezember, stets ein Samstag, der sogenannte „Welttag“ eingeschoben, ein Tag, der keiner Woche und keinem Monat zugeordnet ist. In Schaltjahren wird zusätzlich ein Tag nach dem 30. Juni eingeschaltet, ebenfalls ohne Wochen- und Monatszuordnung. Wie beim Internationalen Ewigen Kalender liegt auch hier der Vorteil in der Übersichtlichkeit. Darüber hinaus punktet der Weltkalender mit seiner eher traditionellen Jahresaufteilung in 12 Monate. Die Nachteile ähneln sich bei beiden Entwürfen: etwa die Unterbrechung der Wochenreihung entgegen den Traditionen der Religionsgemeinschaften sowie der Verlust mehrerer (Feier-)Tage.