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Das islamische Opferfest

Freitag, 08.07.2022
Mekka; Foto: pexels-konevi-4346403

Es ist eines der höchsten islamischen Feste: das Opferfest. Es soll daran erinnern, dass Gläubige auf ihren Gott vertrauen können und sie zu Hilfsbereitschaft und Freundschaft gegenüber ihren Mitmenschen aufrufen.

Festlicher Höhepunkt

Das islamische Opferfest, das Al-Adha oder Eid Al-Adha gemannt wird, gilt zählt zu den höchsten islamischen Feiertagen. Gefeiert wird das Opferfest 70 Tage nach dem Zuckerfest, dem Fastenbrechen am Ende des Ramadans. Da es sich beim islamischen Kalender um einen Mondkalender handelt, verschiebt sich das Datum im Vergleich zur gregorianischen Zeitrechnung jedes Jahr um zehn oder elf Tage. Im Jahr 2022 wird das Opferfest vom 9. bis zum 13. Juli gefeiert.
Das Opferfest findet im letzten Monat des islamischen Kalenders statt. Bei diesem handelt es sich um den sogenannten Pilgermonat, in dem der „Hadsch“ stattfindet, die traditionelle Pilgerfahrt nach Mekka, die gläubige Musliminnen und Muslime, wenn sie es ermöglichen können, einmal in ihrem Leben antreten sollen. Von dem Monatsnamen „Dhu l-Hiddschah“ leitet sich die Bezeichnung „Hadsch“ ab. Das Opferfest ist zugleich Höhepunkt der mehrtägigen Pilgerfahrt.

Vertrauen und Barmherzigkeit

Hilfsbereitschaft, Unterstützung der Bedürftigen, einen Teil seines Besitzes spenden – das sind zentrale Themen des Opferfestes, bei dem eine Spende für Bedürftige nicht fehlen darf. Zugleich ist Hilfsbereitschaft bzw. die soziale Pflichtabgabe, „Zakkat“ genannt, auch Bestandteil der fünf Säulen des Islam. Die weiteren Säulen sind neben der Spende das öffentliche Glaubensbekenntnis, das tägliche Gebet, das Fasten während des Ramadans und die Pilgerfahrt nach Mekka.
Die Geschichte, die dem Opferfest zugrunde liegt, ist in den drei Weltreligionen Islam, Christen- und Judentum zu finden. Es ist die Geschichte von Abraham, im Islam Ibrahim, dem Stammvater der Musliminnen und Muslime, und dessen Sohn Isaak, im Islam Ismael genannt. Um seine Treue und seinen Glauben auf die Probe zu stellen, befiehlt Gott Abraham, ihm seinen Sohn Isaak zu opfern. In letzter Sekunde verhindert Gott die Tötung Isaaks. Aus Dankbarkeit und voller Freude opfert Abraham Gott ein Tier. Das Vertrauen auf Gott und der Glaube an seine Barmherzigkeit sind die zentralen Motive des Opferfestes.

Gemeinsam feiern

Das Opferfest ist nicht nur Bestandteil der Hadsch und wird von den Pilgerinnen und Pilgern in Mekka begangen, sondern es wird weltweit auch von den Daheimgebliebenen gefeiert.
Der erste der insgesamt vier Tage andauernden Festlichkeiten beginnt mit dem Besuch der Moschee. Das Festgebet am Morgen ist für Männer obligatorisch, Frauen dürfen über ihre Teilnahme entscheiden. Beim Festgebet handelt es sich um ein besonderes Gebet, bei dem die Ansprache des Imams vor dem Gebet erfolgt. Beim wöchentlichen Freitagsgebet wird dagegen zuerst gebetet, bevor der Imam predigt. Im Anschluss an die Zusammenkunft in der Moschee wird Freunden und Verwandten ein Besuch abgestattet, es wird gemeinsam gegessen und getrunken. Auch kleine Geschenke – vor allem für die Kinder – und Süßigkeiten werden ausgetauscht.
Über die Pflicht, ein Opfertier wie ein Schaf oder eine Ziege zu schächten, gibt es unterschiedliche Auffassungen. Traditionell wird ein Drittel des Tieres an Bedürftige und ein Drittel an Nachbarn und Bekannte abgegeben. Das letzte Drittel wird mit der Familie verzehrt. Bei verschiedenen Auslegungen des Korans gehört das tatsächliche Opfer unbedingt zum Fest dazu, nach anderen Auslegungen kann auch ein symbolisches Opfer erbracht werden. Zu beachten sind auch die im jeweiligen Land geltenden rechtlichen Bestimmungen zum (privaten) Schlachten bzw. Schächten eines Tieres.