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St. Patrick’s Day: Ein Tag in Grün

Montag, 14.03.2022
St. Patrick's Day; Foto: pexels-rodnae-productions-7080462

Sie sehen grün? Dann ist St. Patrick’s Day! Der Schutzheilige Irlands wird jedes Jahr im März groß gefeiert – und das weltweit.

Grün ist die Farbe der Wahl

Am St. Patrick‘s Day, gälisch „Lá Fhéile Pádraig“, feiern die Iren ihr Land und sich selbst. Grün ist die vorherrschende Farbe an diesem Tag – das gilt für Kleidung, Deko und auch für Flüsse. Auch vor Bier macht die Farbe der Hoffnung nicht halt. Nicht von ungefähr wird Irland auch als die „Grüne Insel“ bezeichnet. Wer es an diesem Tag wagt unterwegs zu sein, ohne ein grünes Kleidungsstück oder etwas anderes Grünes zu tragen, der darf zur Strafe gezwickt werden. Übrigens, früher verband man mit Irland (und dem St. Patrick’s Day) nicht die Farbe grün, sondern blau. Das änderte sich erst 1641 im Zuge der Irischen Revolution, als Owen Roe O’Neill, ein Anführer der irischen Truppen in Ulster, ein Wappen mit Harfe auf grünen Grund trug, das zum Symbol der irischen Nation wurde. Im Laufe der Jahrhunderte etablierte sich die Farbe Grün für Irland, auch als Zeichen der Unabhängigkeit von England.

Vom Sklaven zum Bischof

Die historischen Quellen sind nicht eindeutig, was das Leben und die Herkunft Patricks betrifft. So existieren auch Thesen, dass es sich um die Eigenschaften mehrerer Personen handelt, die im „heiligen Patrick“ vereint wurden.
Der Legende nach wurde Patrick im Jahr 385 nach Christus unter dem Namen Maewyn Succat im nach Christus im heutigen Großbritannien als Sohn wohlhabender Eltern geboren und im christlichen Glauben erzogen. Im Alter von 16 Jahren wurde er nach Irland verschleppt und musste dort sechs Jahre Sklavenarbeit verrichten. In dieser Zeit lernte er die irische Sprache. Aufgrund einer göttlichen Eingebung flüchtete er nach Frankreich. Dort studierte er Theologie und wurde schließlich Bischof. Nach einem weiteren Ruf Gottes kehrte er über Großbritannien zurück nach Irland. Sein Auftrag: den Glauben in Irland weiter zu verbreiten und zu stärken – was angesichts des großen Zuspruchs, den Religiosität in Irland heute noch erfährt, gut gelungen ist. Die römisch-katholische Kirche sowie die anglikanische Church of Ireland gedenken St. Patrick am 17. März, dem vermuteten Todestag im Jahre 461 nach Christus des heutigen Schutzpatrons und Nationalheiligen aller Iren. Heute ist der 17. März in Irland, Nordirland, im britischen Überseegebiet Montserrat (einer Insel in der Karibik) sowie in der kanadischen Provinz Neufundland ein gesetzlicher Feiertag.

Die Dreifaltigkeit des Kleeblatts

Die Feierlichkeiten zu Ehren St. Patrick’s haben sich im Lauf der Jahrhunderte aus der Kirche heraus verlagert und zu einem weltlichen Fest entwickelt. Dieses wird nicht mehr nur in Irland, sondern weltweit von irischen Emigranten und zunehmend auch von Menschen ohne irische Wurzeln aber mit einem Herz für die irische Kultur mit Paraden und geselligem Beisammensein gefeiert. Wesentlicher Bestandteil sind dabei Shamrocks (Kleeblätter) und Leprechauns (Kobolde).
Das dreiblättrige Kleeblatt ist eines der Wahrzeichen Irlands und auf Patrick zurückzuführen. Denn mit einem Kleeblatt hat der Bischof angeblich die heilige Dreifaltigkeit erklärt: ein Blatt für Gott, eines für Jesus, eines für den Heiligen Geist. Auch eine Sache des Glaubens sind die Leprechauns, die am St. Patrick’s Day nicht fehlen dürfen. Die Feenwesen haben ihren Ursprung in der keltischen Mythologie. Meist werden sie als gewitzte, leicht hinterhältige Kobolde dargestellt, die ein weißes Hemd und einen grünen Frack, einen Hut sowie blank geputzte schwarze Schuhe tragen. Abgerundet wird das Erscheinungsbild mit einem feuerroten Bart. Leprechauns sollen eine Vorliebe für Goldmünzen haben, die sie in einem nur ihnen bekannten Versteck am Ende des Regenbogens horten.

Mehr grün geht nicht

Erst die irischen Auswanderer in den USA machten, wohl aus der Sehnsucht nach einem Stück Heimat in der Ferne, aus dem schlichten Gedenktag, der ursprünglich mit Gottesdiensten und kleineren Festen begangen wurde, einen Tag, der die irische Kultur ausgelassen feiert.
Die erste St.-Patrick’s-Day-Parade fand 1737 in Boston, USA, statt. In anderen amerikanischen Städten wie Chicago, wo viele irische Emigranten Fuß gefasst haben, ist der St. Patrick’s Day ein großes Ereignis. Dabei lässt man es sich nicht nehmen, den Chicago River mit Lebensmittelfarbe in einem kräftigen Grün einzufärben.
Irland, sowie viele weitere Länder, können sich der grünen Ausgelassenheit nicht mehr entziehen. Auf den Straßen, in Pubs und Bars geht es lebhaft und fröhlich zu. Es wird getanzt, gesungen, gelacht, gegessen (gerne Corned Beef und Kohl) und getrunken (nicht selten grün eingefärbtes Bier). Auch wenn einige Stimmen die zunehmende Kommerzialisierung des St. Patricks Day’s kritisieren, feiern viele Städte an diesem Tag mit Irland das „Greening“ und beleuchten Gebäude oder Wahrzeichen in sattem Grün. In Deutschland wird etwa in München mit einem Festzug, der als der größte auf dem europäischen Festland gilt, gefeiert.
In diesem Sinne: Happy St. Patrick’s Day!