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Heilige Drei Könige

Dienstag, 04.01.2022
Heilige Drei Könige; Foto: pexels-jonathan-meyer-1597584

Oft wird der 6. Januar mit den Festlichkeiten rund um den Feiertag Heilige Drei Könige als Schlusspunkt der Weihnachtszeit betrachtet. Was hat es mit diesem Tag auf sich?

Ein Tag, unterschiedliche Anlässe

Das Dreikönigs-Fest wurde in der Ostkirche etwa seit dem 2. Jahrhundert, in der Westkirche ungefähr seit dem 4. Jahrhundert begangen. Je nach Konfession und geltendem Kalender feiert heute am 6. Januar zum Beispiel die russisch-orthodoxe Kirche Weihnachten, bedingt durch die Verwendung und zeitliche Verschiebung des julianischen Kalenders. In der griechisch-orthodoxen Kirche, die sich dem gregorianischen Kalender angeschlossen hat, wird ausschließlich die Taufe Jesu gefeiert und die römisch-katholische sowie die evangelische Kirche begehen Epiphanias, das Hochfest „Erscheinung des Herren“. Dieses umfasst die Taufe Jesu, sein erstes Wunder bei der Hochzeit zu Kana und die Verehrung durch die Heiligen Drei Könige. Im Gegensatz zur evangelischen Kirche, wo es ein Gedenktag ist, verehrt die katholische Kirche die Könige als Heilige.

Wie aus Magiern Könige wurden

Laut Überlieferung zogen die drei Könige aus dem Morgenland los, um das Jesuskind willkommen zu heißen. Welchen gesellschaftlichen Stand die Reisenden innehatten, ist nicht eindeutig geklärt. Im Neuen Testament erwähnt das Matthäus-Evangelium Magier, die auf der Suche nach dem neugeborenen Kind sind. In Übersetzungen werden sie auch als Sterndeuter bezeichnet.
Zu den besonderen Aufgaben der Magier oder Sterndeuter gehörte auch die Beobachtung der Sterne unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten. Mit der heutigen Bedeutung von Magiern und Sterndeutern haben sie wenig zu tun, viel mehr waren sie in der damaligen Zeit der gebildeten, intellektuellen Oberschicht der Gesellschaft zuzurechnen. Martin Luther bezeichnet sie in seiner Bibel-Übersetzung als „Weise“ und umschreibt ihre Funktion damit vermutlich sehr treffend.
Wie viele Personen sich tatsächlich auf den Weg machten, um dem Stern von Bethlehem zu folgen, der sie und die Hirten in den Stall an Jesus Krippe führte, ist unklar. Ausgehend davon, dass sie drei Geschenke bringen, entwickelte sich im Lauf der Jahrhunderte im Volksglauben die Annahme, dass es sich um drei Personen handelte.
Hinweise auf die Namen der drei Weisen stammen aus dem 6. Jahrhundert: Caspar kommt aus dem Persischen und bedeutet so viel wie „Schatzmeister“. Melchior und Balthasar werden aus dem Hebräischen abgeleitet. Melchior wird die Bedeutung „König des Lichts“ zugeschrieben, Balthasar wird mit „Gott wird helfen“ übersetzt.

Die Tradition der Sternsinger

Im Mittelalter wurden die Weisen aus dem Morgenland zu Königen stilisiert. Keine abwegige Vermutung, schließlich kommen ihre Gaben – Gold, Myrrhe und Weihrauch werden in der Bibel erwähnt – einem König gleich.
Im Mittelalter symbolisieren die drei Könige die drei damals bekannten Erdteile Afrika, Europa und Asien. In den Darstellungen in der Kunst wird Melchior häufig als dunkelhäutiger König dargestellt, was aber nicht bewiesen ist und in den letzten Jahren Vorwürfe von Rassismus laut werden ließ. Andere Darstellungen zeigen die drei Weisen als Jüngling, Erwachsener und Greis, eine Versinnbildlichung der drei Lebensalter des Menschen.
Aus der Legende der Heiligen Drei Könige entwickelte sich die Tradition des Sternsingens. Dieser Brauch ist im 16. Jahrhundert erstmals belegt. Auch heute ziehen Kinder als morgenländische Könige verkleidet und in Begleitung eines Sternträgers in der Zeit nach den Weihnachtsfeiertagen bis zum 6. Januar von Haus zu Haus und sammeln für karitative Zwecke. Wer ihnen öffnet, dem wird als Dank der Segenwunsch „20+C+M+B+22“ mit Kreide an den Türrahmen geschrieben. Die Buchstaben stehen für „Christus mansionem benedicat“ – „Christus segne dieses Haus“, die Ziffern für die jeweilige Jahreszahl. So beginnt das neue Jahr gut behütet und in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt sogar mit einem gesetzlichen Feiertag.
Übrigens, wer die drei Könige besuchen möchte, muss sich zum Kölner Dom aufmachen. In einem goldenen Schrein liegen die Reliquien der Heiligen Drei Könige, die zu den wertvollsten des Mittelalters zählen.